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Marktanalyse
12 Min Lesezeit
Marktvergleich

Teuer ≠ Schlecht: WARUM sich deutsche Immobilien rechnen

„Alles viel zu teuer!“ schreien die Schlagzeilen. Doch lohnt sich eine Immobilie in Deutschland wirklich nur, wenn sie spottbillig ist? Wir analysieren, warum 3% Rendite in München oft sicherer sind als 8% im Nirgendwo.

Aktualisiert Mai 2025
Kategorie Investment-Strategie
Fokus A-Lage vs. C-Lage
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Deutschland ist ein Land der Mieter – und der Pessimisten. Fragt man am Stammtisch: "Lohnt sich eine Immobilie in Deutschland noch?", kommt meist ein klares Nein. Die Zinsen seien zu hoch, die Kaufpreise nicht weit genug gefallen, die Sanierungspflichten ein Damoklesschwert.

Doch diese pauschale Schwarzmalerei ist gefährlich. Sie führt dazu, dass Anfänger oft den größten Fehler machen: Sie kaufen "billig", weil sie glauben, "teuer" sei schlecht. Sie jagen hohen Renditen in strukturschwachen Regionen hinterher und übersehen dabei, dass der wahre Profit im Einkaufspreis oft gar nicht sichtbar ist. In diesem Artikel zerlegen wir den Mythos, dass nur Schnäppchen reich machen – und beweisen, warum Qualität ihren Preis wert ist.

TEAM
BILLIG
📉

Das scheinbare Schnäppchen

Das Prinzip: Du suchst nach Objekten mit niedrigem Quadratmeterpreis und hoher Brutto-Mietrendite. Der Standort ist oft sekundär, der Zustand "einfach".

Typische Objekte: C- und D-Lagen, schrumpfende Städte, unsanierte Altbauten, Plattenbau, Lagen fernab von Metropolen.

7-10% Brutto-Rendite
<1.500€ Preis pro m²
TEAM
TEUER
💎

Das Substanz-Investment

Das Prinzip: Du kaufst Qualität. Gute Lage, solide Bausubstanz, starke wirtschaftliche Umgebung. Der Einstiegspreis ist hoch, die Rendite auf dem Papier niedrig.

Typische Objekte: A-Lagen (Top 7 Städte), Speckgürtel, Universitätsstädte, Neubau oder top-sanierter Bestand.

3-4% Brutto-Rendite
>5.000€ Preis pro m²
01
Die Gefahr des Günstigen
Altes Gebäude Renovierungsbedürftig
LOW

Warum hohe Renditen oft ein Warnsignal sind

Lohnt sich eine Immobilie in Deutschland, nur weil sie 8% Rendite verspricht? Vorsicht. Im Immobilienmarkt gibt es keinen "Free Lunch". Eine hohe Rendite ist immer – ausnahmslos – eine Risikoprämie.

Wenn eine Wohnung in der sächsischen Provinz für 40.000 Euro angeboten wird und 300 Euro Kaltmiete bringt, sieht das auf dem Papier fantastisch aus. Aber Immobilien bestehen aus Beton und Technik. Ein neues Dach kostet in Chemnitz genauso viel wie in München. Aber in Chemnitz frisst es fünf Jahresmieten auf, in München eine halbe.

Vorteile "Billig-Einkauf"
  • Niedrige Einstiegshürde – Wenig Eigenkapital nötig
  • Hoher Papier-Cashflow – Überschuss ab Tag 1 möglich
  • Schnelle Tilgung – Theoretisch in 10-15 Jahren abbezahlt
  • Verhandlungsmacht – In C-Lagen bestimmen Käufer den Preis
Nachteile & Risiken
  • Instandhaltungs-Falle – Handwerkerkosten sind nicht ortsabhängig
  • Leerstandsrisiko – Wenn der Mieter geht, kommt oft keiner nach
  • Wertverlust – Demografie arbeitet gegen dich
  • Illiquidität – Verkauf dauert oft Monate oder Jahre
  • Klumpenrisiko – Eine Sonderumlage kann die Rendite killen

📊 Das Instandhaltungs-Dilemma

C-Lage Szenario

Ein Heizungstausch kostet 15.000€. Wie stark trifft das deine Rendite?

80.000€ Kaufpreis
5.000€ Jahresmiete
6,25% Rendite (Brutto)
15.000€ Reparaturkosten
3 Jahre Verlorene Mieteinnahmen
18,7% Verlust relativ zum Objektwert
02
Warum Teuer sich lohnt
Modernes Wohnhaus Luxus
HIGH

Der Preis der Sicherheit

Warum zahlen Investoren in München oder Hamburg das 30-fache der Jahresmiete? Sind die dumm? Nein. Sie kaufen Sicherheit. Wenn du dich fragst "Lohnt sich eine Immobilie in Deutschland in A-Lagen?", musst du den Zeithorizont ändern.

In Top-Lagen ist der Bodenwert der Treiber. Das Gebäude mag altern, aber der Boden wird knapper. Zudem hast du fast null Leerstandrisiko. Wenn ein Mieter auszieht, stehen 50 neue Schlange – oft zu einer höheren Miete. Das "teure" Investment ist ein Inflationsbunker.

Der Gewinn liegt im Einkauf? Jein. Bei Immobilien liegt der wahre Gewinn oft im Verkauf – nach 10 Jahren steuerfreier Wertsteigerung in einer Top-Lage.

— Betonhebel Analyse
Vorteile "Qualitäts-Kauf"
  • Wertstabilität – A-Lagen erholen sich schneller von Krisen
  • Inflationsschutz – Mieten steigen mit den Gehältern
  • Liquidität – Du findest jederzeit einen Käufer
  • Finanzierbarkeit – Banken lieben A-Lagen (bessere Zinsen)
  • Wenig Stress – Bessere Objektzustände, solventere Mieter
Nachteile & Risiken
  • Hohes Kapital nötig – Kaufnebenkosten sind brutal
  • Negativer Cashflow – Du zahlst monatlich drauf (vor Steuer)
  • Zins-Sensitivität – Preise reagieren stark auf Zinsänderungen
  • Politik-Risiko – Mietpreisbremse trifft A-Lagen härter

📊 Das Instandhaltungs-Dilemma (A-Lage)

A-Lage Szenario

Gleiche Reparatur (15.000€ Heizung), aber anderes Objekt.

500.000€ Kaufpreis
17.500€ Jahresmiete
3,5% Rendite (Brutto)
15.000€ Reparaturkosten
< 1 Jahr Verlorene Mieteinnahmen
3,0% Verlust relativ zum Objektwert
03
Der harte Vergleich
📊 15-Jahre Simulation: Teuer vs. Billig
Parameter Das "Schnäppchen" (Provinz) Die "Teure" (Metropole)
Kaufpreis 100.000€ 400.000€
Anfangsrendite 7,5% 3,5%
Mietsteigerung p.a. 1,0% (Stagnation) 3,0% (Dynamik)
Wertentwicklung p.a. 0,5% 3,5%
Instandhaltung (absolut) -25.000€ (hoher Verschleiß) -25.000€ (gleiche Kosten!)
Verkaufswert nach 15J ~108.000€ ~670.000€
Gesamtgewinn (nach Steuer) Mittelmäßig Exorbitant
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Rechne es selbst nach!

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Nutze unseren Rechner, um Instandhaltungskosten und Wertsteigerung gegeneinander abzuwägen.

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Die Erkenntnis: Die laufenden Kosten (Handwerker, Material, Verwaltung) sind fix und kennen keine "günstige Lage". Sie fressen bei billigen Immobilien prozentual viel mehr vom Kuchen weg als bei teuren Objekten. Das "teure" Objekt hebelt die Fixkosten weg. Das ist der Grund, warum sich eine Immobilie in Deutschland in guten Lagen trotz niedriger Anfangsrendite langfristig fast immer rechnet.

Fazit
Das Urteil

Lohnt sich eine Immobilie in Deutschland? Ja, aber...

Die Antwort hängt davon ab, welches Spiel du spielen willst. "Teuer" bedeutet nicht, dass du Geld verbrennst. Es bedeutet oft, dass du für Qualität und Ruhe bezahlst.

Wer billig kauft, kauft Arbeit. Wer teuer kauft, kauft Zeit. Die Angst vor hohen Kaufpreisen ist oft unbegründet, wenn man die Mathematik der Instandhaltung und die Macht der Inflation versteht.

Strategie "Arbeiter"

Du hast Zeit, handwerkliches Geschick und starke Nerven? Kauf günstig in C-Lagen, optimiere aggressiv und lebe vom Cashflow. Aber unterschätze niemals die Kosten.

Strategie "Investor"

Du hast gutes Einkommen und willst Vermögen schützen und vermehren? Beiß in den sauren Apfel des hohen Kaufpreises. In 20 Jahren wirst du dir selbst danken.

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